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Prematura, Kroatien
Blick vom Camping Stupice auf die Inseln no comment - einfach groovy! Die Surfschule am Campingplatz
felsige Küste, aber schöner Blick beim Surfen
Spot:
Der Ort Prematura liegt etwa 10 Kilometer südlich von Pula am unteren Ende der Region Istrien. Am Campingplatz Stupice liegt einer der besten Spots der Region.
Wie überall in Istrien ist auch hier die Küste sehr felsig und zum Teil scharfkantig. Nicht nur wegen der Seeigel sind hier also Schuhe Pflicht. Hat man erstmal den Stehbereich verlassen wird der Surfspass durch kaum etwas gestört. Warmes, sehr sauberes, blau- türkises Wasser und warmer Wind geben einem das passende Feeling. Nicht umsonst wird der istriesche Süden auch die Karibik Europas genannt.
Aufgeriggt wird auf felsigem oder steppen- ähnlichem Untergrund.
Durch die vorgelagerten Inseln kommt es teilweise zu kleinen Windlöchern, die jedoch schnell durchglitten sind.
Bei meinem Besuch im Sommer kam es meist in den frühen Morgenstunden zu thermischen Bora- Winden aus süd- östlichen Richtungen. Früh reichte es für das 6,3er oder auch mal für das 5,3er, mit fortschreitender Uhrzeit wurden die Segel größer bis der Wind spätestens um 10 Uhr ganz weg war.
Wie man in der Surf Juni 2003 nachlesen kann, ist die Gegend im Frühjahr und Herbst wesentlich windsicherer.

Conditions:
Wer gewohnt ist in kabeliger Ostseewelle zu surfen, ist hier bei stärkerem Wind klar im Vorteil. An den wenigen Untiefen bilden sich dann bis zu 1m hohe und recht steile Sprungschanzen, die allerlei Spaß machen. Im Windschatten der Inseln ist das Wasser spiegelglatt und 360er klappen fast von alleine. Nichts verspringt, keine Welle stört hier das Üben der verschiedenen Manöver, oder auch nur das entspannte Cruisen.
Hinter Ceje, der größten der vorgelagerten Inseln, kommt ein Riff bis an die Oberfläche. Im Bereich der Untiefentonne stehen bei Hack richtig schöne Wellen. Kommt aber nicht zu weit in Richtung der Insel. Hier durchbricht das Riff die Oberfläche, ist aber durch die Wellen nicht immer rechtzeitig zu sehen (AUTSCH)!
Im Sommer dreht der Wind im Laufe des Tages einmal um 360°. Direkt am Campingplatz behindert das aber nicht das Surfen.

Beste Windrichtungen sind Süd- Ost bis Nord- Ost. Aber auch bei allen anderen Richtungen ist Stupice surfbar.


Anfahrt:
Für die Anfahrt gibt es von Deutschland aus zwei Möglichkeiten, deren Ausgangspunkt aber immer die Autobahn München- Salzburg ist. Grundsätzlich muss man sich entscheiden, ob man über Udine (Italien) oder Ljubiljana (Slowenien) fahren möchte. Fährt man über Udine hat man höhere Mautkosten und im Umkreis von Triest ein hohes Verkehrsaufkommen. Nach Slowenien kommt man am besten über Villach. Die Staatsgrenzen sind auf den österreichischen Autobahnen frühzeitig und sehr gut ausgeschildert. Die Straßen in Slowenien sind gut ausgebaut. Einziges Manko ist hier der Karawankentunnel. Die Staatsgrenze verläuft direkt in der Mitte des Tunnels, und das ist deutlich zu spüren. Auf die Lüftung wird ganz verzichtet, die Beleuchtung wird sehr schlecht und man hofft nur bald durch zu sein.
Wer viel Zeit und Lust hat, sollte die landschaftlich schöne Küstenstrasse fahren. Alle Anderen fahren über Koper auf der 11 und später der 21 in Richtung Pula. In Pula ist bereits Prematura ausgeschildert. Eine weitere Möglichkeit ist es, von Ljubiljana aus über Rijeka zu fahren. Von dort führt eine gut ausgebaute Strasse Richtung Süden.

Von München aus sind es "nur" 620km bis nach Pula. Je nach Route sollte man hierfür aber bis zu 10 Stunden einplanen.
Für die aus dem Norden den Weg antreten bietet sich Seebruck am Chiemsee oder Seeboden am Millstätter See in Österreich für einen Zwischenstopp an.
Im Gegensatz zu einigen anderen Reisezielen ist die Maut auf diesem Trip sehr human: ca. 30 € zahlt man für den VW- Bus pro Strecke.


Parken:
Will man in Stupice surfen ist es am besten, auf dem Campingplatz zu stehen. Der Platz lässt Surfer auch gegen eine geringe Gebühr nur zum Surfen auf den Platz.
Wer dies nicht möchte nimmt in Prematura die vorletzte Möglichkeit rechts ab und kommt auf einen Schotterweg, der in das Naturschutzgebiet Kamentjak führt. Nachdem man für das befahren einige Kunas gezahlt hat, findet man hier fast überall ein schönes Plätzchen. Wer an der Westküste von Istrien surfen will, gelangt dort auch durch das Naturschutzgebiet hin.

what else:
Der vollmundig als "Windsurfing Center Prematura" beworbene Shop entpuppt sich als, durchaus gute, Surferbar und Internetcafe. Bei Materialbedarf müsst ihr euch an den Besitzer Boris Ivancic wenden, er organisiert dann alles Nötige. Boris ist auch der Inhaber der Surfschule am Campingplatz Stupice. Einen richtigen Surfshop gibt es rund um Pula leider nicht.

Der Campingplatz verfügt über einen gut ausgestatteten Supermarkt, die Preise sind jedoch nicht ohne. Einkaufen solltet ihr lieber in Prematura oder im benachbarten Medullin.
Das Eis schmeckt an der Kirche von Prematura sehr gut und ist günstig. Es gibt mehrere gute Restaurants, vergleichen lohnt sich.

Wer hat sollte unbedingt ein Boot mitbringen. Die schöne Inselwelt lässt sich so super erkunden und man hält es im Sommer auf dem Wasser auch gut aus.
Ebenfalls dabei haben sollte man die Schnorchelausrüstung. Gerade bei einbrechender Dämmerung sieht man an der felsigen Küste viele schöne Fische.
Wer hitzefest ist, hat hier mit einem guten Mountain Bike ein weites Spielgebiet.

Ebenso wie die Badelatschen muss unbedingt Sonnencreme mit hohem LSF im Gepäck seinen Platz gefunden haben.
Wohnmobile sollten unbedingt ihr Frischwasser aufgefüllt haben, in Kroatien gibt es Trinkwasser nur zu kaufen, und das leider nicht immer.

Auch wenn das Wetter im Sommer zum "Badehosen- Surfen" einlädt. Tut eurer Haut etwas gutes und zieht zumindest ein Lycra- Shirt mit UV- Schutz über. Die Sonne ist unheimlich agressiv und man merkt es leider meist zu spät.

Die Städte Pula, Rovinj oder auch Porec sind römischen Ursprungs und bieten einige Sehenswürdigkeiten aus dieser Zeit. So hat z.B. Pula das drittgrößte Colosseum der Welt.

Noch ein Wort zu Kroatien als Reiseland: Die Zeiten des Schnäppchen- Urlaubs sind auch hier vorbei. Dennoch liegen die Preise noch deutlich unter denen in Spanien oder Italien.
Die Campingplätze haben teilweise schone deutsche Preise (2 Personen, Bus und Strom für fast 30€ /Tag) aber leider nicht den Standard. Wer hier campt muss sich darüber im Klaren sein, dass die Duschen auch mal kalt sind oder es halt keine Waschmaschine gibt.

Bericht: Micha / 2004

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